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ADAC Mobilitätsindex: Mobilität in Bremen punktet mit Verkehrssicherheit sowie Klima und Umwelt

21.02.2022

Der Weg zur wirklich nachhaltigen Mobilität ist noch weit. Im neuen ADAC Mobilitätsindex zeigt Bremen zwar leichte Verbesserungen und liegt insgesamt etwas über dem Bundesdurchschnitt (Gesamtindexwert: 100 Punkte).
Der gute Gesamtindexwert der Freien Hansestadt Bremen muss jedoch vorsichtig interpretiert werden. Aufgrund der geringen Größe des Bundeslandes unterliegen die relativen Veränderungen großen Schwankungen. Der Gesamtindexwert liegt bei 104 Punkten.

Während sich eine Bewertungsdimension sehr positiv entwickelte, wird das Gesamtergebnis durch die negativen Entwicklungen zweier anderer gedämpft. Die gute Bewertung 2019 ist hauptsächlich auf den starken relativen Rückgang der Zahl der Verkehrstoten zurückzuführen. Dieser Wert hängt im Land Bremen erheblich von Einzelereignissen ab und ist daher sehr volatil.
Andere, weniger schwankungsanfällige Indikatoren wie etwa das ÖV-Angebot entwickelten sich bisher negativ.

Der ADAC zeigt von heute an in Zusammenarbeit mit dem Analyse- und Beratungsunternehmen Prognos die Entwicklung nachhaltiger Mobilität in fünf Bewertungsdimensionen auf – vom Basisjahr 2015 zunächst bis 2019, denn nur bis
dahin war eine statistische Auswertung möglich. Die Fortschreibung erfolgt jährlich. Damit gibt es erstmals eine wissenschaftlich basierte Bewertungsgrundlage, die die Nachhaltigkeit umfassend darstellt und ökologische,
wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt.

Im Bundesland Bremen hat sich die Verkehrssicherheit erheblich verbessert. Es ist ein Anstieg des Indexwertes um 20 Punkte zu verzeichnen. „Auch wenn die Zahl der Unfälle ähnlich stark stieg wie auf der Bundesebene, konnte die Zahl der Verkehrstoten in der Freien Hansestadt Bremen seit 2015 halbiert werden,“ so Dirk Matthies, Leiter der ADAC Verkehrsabteilung in Bremen. Dabei ist aber zu beachten, dass diese Entwicklung auf sehr kleinen absoluten Zahlen beruht, die entsprechend sensibel auf Veränderungen reagieren.

Während bundesweit der Indexwert der Verfügbarkeit von Mobilität um 3 Punkte stieg, sank er im Land Bremen um 2 Punkte. Grund dafür waren deutliche Angebotseinschränkungen sowohl im öffentlichen Nah- als auch im Fernverkehr.
2019 hielten 6 % weniger Fernzüge in dem Bundesland als noch 2015. Zudem sank die Anzahl der vom ÖPNV angebotenen Platzkilometer um 13 %. Diese Reduktion ergab sich aus einer deutlich geringeren Fahrleistung von Bussen,
die zumeist auf Konsolidierungen im Linienplan zurückgingen. Dennoch stiegen die Passagierzahlen im Busverkehr seit 2015.

Auch die Zuverlässigkeit von Mobilität entwickelte sich in Bremen schlechter als im Bundesdurchschnitt. Dies lag jedoch einzig am Staugeschehen des Straßenverkehrs. Während die Pünktlichkeit auf der Schiene sich sogar verbesserte,
stieg die Stauintensität von 33 Kilometer (km) auf 111 km Stau je Autobahnkilometer. Auch wenn dieser Trend besorgniserregend ist, war das Staugeschehen im Land Bremen auch 2019 noch weniger gravierend als in den anderen beiden
Stadtstaaten und lag sogar unterhalb der Werte mancher Flächenländer.

„Das Land Bremen weist ähnliche Indexwerte auf wie andere Stadtstaaten. Während sich die Verkehrssicherheit im Bundesland erkennbar verbessert hat, besteht im öffentlichen Nah- und Fernverkehr Handlungsbedarf.
Ein attraktives Angebot und eine zukunftsfähige Tarifstruktur sind hier ebenso wichtig wie leistungsfähige P+R Anbindungen für Pendler aus dem niedersächsischen Umland,“ bewertet Matthies die Indexwerte des Bundeslandes Bremen.

Die besondere Situation mit zwei räumlich voneinander getrennten Städten mit unterschiedlich gut ausgebauten Angeboten des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) hinterlässt bei der Aggregation der Daten ihre Spuren. So ist die durchschnittliche Fahrleistung von Pkw in Bremen mit über 11.000 Kilometern pro Jahr eher auf dem Niveau eines Flächenlandes. Die angebotenen ÖPNV-Platzkilometer pro Kopf liegen deutlich über dem Niveau von Flächenländern, verfehlen die Werte von Hamburg und Berlin aber um 20 %. Bezogen auf die Verkehrssicherheit hält das Bundesland Bremen einen traurigen Rekord: In keinem anderen Bundesland ereignen sich pro Kopf mehr Unfälle mit Personenschaden als hier. Allerdings sorgen die geringen Geschwindigkeiten im Stadtverkehr dafür,
dass nur sehr selten Menschen getötet werden. Lediglich in Berlin sterben in Relation zur Bevölkerungszahl weniger Menschen durch Verkehrsunfälle.

Der neue ADAC Mobilitätsindex

Der Mobilitätsindex bildet die Dimensionen Verkehrssicherheit, Umwelt und Klima, Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit sowie Bezahlbarkeit ab. Da sich die Entwicklung regional teilweise erheblich unterscheidet, wurden zusätzlich zu den
Bundeswerten Indizes für die 16 Bundesländer gebildet und in Steckbriefen dargestellt.  Ein Großteil der Daten wird aus öffentlich zugänglichen Statistiken gewonnen. Quellen sind unter anderem das Statistische Bundesamt, das Kraftfahrt-Bundesamt
und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. 2019 ist der Datenstand für die Erstveröffentlichung des ADAC Mobilitätsindexes.

Die ausführlichen Ergebnisse des Mobilitätsindex sind unter https://www.adac.de/ zu finden.

Pressekontakt
Nils Linge
0421 4994 130
nils.linge@wem.adac.de

 

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